Der verzauberte Garten

Der verzauberte Garten


Letztes Wochenende sind wir gen Sciacca gefahren, da Myriam ihn noch nicht kannte sind wir zum Verzauberten Garten gefahren. Heute nennt man ihn merkwürdigerweise Die verzauberte Burg, da ich beim besten Willen diese Namensänderung nicht nachvollziehen kann bleibe ich beim alten Namen.

Auch die Geschichte des 1968 verstorbenen Filippo Bentivenga hat sich ein wenig verändert im Lauf der Jahre deswegen hier noch einmal die ursprüngliche: Filippo verliebte sich in jungen Jahren in eine junge Frau, soll halt vorkommen bei jungen Leuten.. Nur dann sind die Eltern der jungen Frau ausgewandert nach Amerika und das Mädel musste mit. Filippo machte sich also daran zu arbeiten und Geld für die Überfahrt zu sparen. Als er genügend zusammen hatte kaufte er sich also das Ticket und machte sich auf in die neue Welt. Nur was dann kam, damit konnte ja niemand rechnen: Er fand nach tagelangem Suchen seine Angebetete. Allerdings war sie nicht allein sondern lebte jetzt mit einem schwarzen Mann zusammen – dieser Schock hat warscheinlich zu dem Ruck in seinem Hirn geführt.
Er arbeitete so lange bis er das Geld für die Überfahrt zusammen hatte und sogar noch ein bisschen mehr um sich ein kleines Stück Land zu kaufen. Hier heiratet er eine Frau, die Ehe wurde aber nach einigen Jahren aufgehoben, denn anstatt Tomaten und Kartoffeln zu pflanzen fing er an das Gesicht seiner verlorenen Liebe in die Olivenbäume auf seinem Land zu schnitzen. Und als auf den Bäumen kein Platz mehr war für Gesichter klopfte er sich Steine aus dem Felsen oben auf seinem Land heraus und haute Gesichter in die Steine und in der so entstandenen Höhle malte er auch gleich noch Amerika so wie er es in Erinnerung hatte. Und dann noch ein paar Gesichter und – na ja – noch ein paar Gesichter..

Pantelleria, Schweigen, Kapern und Passito

elephant 1 - Pantelleria, Schweigen, Kapern und Passito

Wir hatten die (wundervolle) Idee für vier Tage nach Pantelleria zu fliegen. Von Palermo aus fliegt die dänische Company DAT nach Pantelleria für 140.- € hin und zurück. Von Trapani aus kostet es circa 20.- € weniger. Der Mietwagen (gebucht bei happycar.de) für 114.- € für vier Tage ist auch ok und die Unterkunft: Dammusi Mueggen,
 der absolute Hammer !! Ich hatte die gesamte Zeit unseres Aufenthaltes den Film “Il silenzio dei Innocenti” (Schweigen der Lämmer) im Kopf, weiß auch nicht wieso. Das Schweigen der Insel wäre eigentlich ein besserer Titel. Wenn Du die Nacht durchgeschlafen hast, wirst morgens wach vom dezenten Brummen des Kühlschrankes, dann hat das wohl auch seinen Grund: absolute Stille rundherum, abgesehen besagten Brummens das natürlich durch abschalten auch vollkommen verschwand. Geblieben ist: NIX.. Absolute Stille, kein krähender Hahn, kein vorbeifahrendes Auto, keine schreienden Kinder, weder Hunde-Gebell noch Kuhglocken die bimmeln oder Kirchen die bammeln, einfach nix.. Später wurde mir auch klar warum, während der vier Tage des hin- und her-fahrens auf der Insel haben wir exakt vier Kühe gesehen, drei Pferde und sieben Ziegen (einmal vier und einmal drei), fünf Hunde und vier Katzen. Kirchenglocken haben wir noch nicht einmal am Sonntag morgen vernommen. Gehupt wird erstaunlich wenig, auch wenn hier alle fahren wie die Bekloppten (viel zu enge Straßen, viel zu breite Autos und viel zu scharfe und uneinsehbare Kurven). Passiert aber erstaunlicherweise nichts, warscheinlich der Ausgleich zwischen ängstlichen Touristen und abgebrühten Einheimischen, die eine gesunde Mischung in sich vereint.

Was ein Dammuso auf Pantelleria ist erklärt Wikipedia so:
Die für die Insel Pantelleria typischen Hausbauten haben ihre Ursprünge in der Antike zur Zeit der Anwesenheit der Phönizier; sie wurden allmählich bis zum heutigen Tag verändert. Die ersten Exemplare waren Häuser aus örtlichem Lavagestein, im Trockenbau erstellt, quadratisch und klein. Mit der Ankunft der Römer wandelte sich das bis zum Boden heruntergezogene Dach zu einer Kuppel. Diese Transformation bildete den Vorläufer für den Bau von Zisternen, um Wasser zu sammeln.

Die Kuppelform, die dem Dach mehr Festigkeit verlieh, gestattete in großen Mengen das Sammeln des Regenwassers in den Zisternen, das während der langen, trockenen Sommer auf Pantelleria gebraucht wurde. Zum Zweck der Abdichtung wurde die Dachfläche noch einmal extra mit Kalk isoliert, auch zur Wärmedämmung.

Ein weiteres gemeinsames Merkmal dieser ländlichen Gebäude sind die Gärten Pantellerias, eine traditionelle und einzigartige Lösung dieser Insel. Sie sind von hohen Trockenmauern kreisförmig umgeben. Diese Konstruktion hält die Pflanzen, vor allem Zitrus- und/oder Obstbäume, isoliert und vor den steten kräftigen Winden geschützt.

Auf unseren Rundfahrten haben wir gesehen das hier fast nur Kapern und Wein wachsen. Kürbisse hat’s auch.. Kapern sind ja bekanntlich diese hübschen orchidäenartigen Blüten, die aber bereits als Knospen geerntet werden. Hat sie erstmal geblüht, dann wächst eine Gurkenartige Frucht heran (die mag ich aber weniger gerne).
Wir waren gerade zur Weinernte dort (meist Zibibbo) (Donna Fugata klärt uns auf..) und daraus wird dann eben auch der berühmtePassito aus Pantelleria .

(Wiki klärt auf):
Passito ist die italienische Bezeichnung für Likörweine, die aus luft- oder sonnengetrockneten, nahezu rosinierten Trauben hergestellt werden. Ein Passito gehört also zur Gruppe der Strohweine. Die Bezeichnung erklärt sich aus dem italienischen und lateinischen Ausdruck für „Rosine“, uva passa bzw. racemi passi, was svw. „getrocknete Weinbeeren“ bedeutet, auch herleitbar aus dem italienischen Verb appassire („welken“). Die Trocknungsmethoden sind regional verschieden, meist werden die Trauben jedoch beschattet oder bei gutem Luftdurchzug auf Strohmatten (daher der Name Strohwein) oder Holzgestellen aufgelegt und einige Wochen, manchmal auch Monate getrocknet. Ziel ist es, den Trauben Wasser zu entziehen und so die Zucker- und Extraktkonzentration zu erhöhen. Das Verfahren ist uralt. Schon im antiken Rom war ein Süßwein mit der Bezeichnung Passum bekannt.

Wiki erzählt auch gern noch ein wenig über Pantelleria:
Pantelleria ist eine italienische Insel im Mittelmeer. Sie bildet mit einigen vorgelagerten Felsen die Gemeinde Pantelleria mit 7665 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der sizilianischen Provinz Trapani. Die Phönizier nannten die Insel Hiranin, die Punier Cossyra. Der Name Pantelleria stammt aus dem Arabischen und bedeutet „Tochter der Winde”

Die Vulkaninsel Pantelleria liegt ungefähr 60 km östlich von der tunesischen Halbinsel Kap Bon und 100 km südwestlich von Sizilien, inmitten der Straße von Sizilien. Sie hat eine Fläche von ca. 83 km² bei maximal 14 km Länge und 8 km Breite. Ihre untermeerische Basis besitzt einen Durchmesser von etwa 20 km.

Im Osten sind einige winzige Nebeninseln und Felsen vorgelagert, zumeist im Abstand von weniger als 100 Metern zur Küste, darunter (von Nord nach Süd):

  • Faraglione Tracino
  • Scoglio di Punta del Duce
  • Scogli del Formaggio
  • Faraglione Dietro l’Isola


Die Insel Ferdinandea (Nerita) war eine 1831 durch einen vulkanischen Ausbruch entstandene, aber bald darauf wieder verschwundene Insel. Sie war rund 60 km von der Südwestküste Siziliens entfernt und lag zwischen Pantelleria und der sizilianischen Stadt Sciacca. Nach neuesten Untersuchungen war sie Teil des Unterseevulkans Empedocle (Empedokles).
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